Permeation & Polymers

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Steuerliche Forschungsförderung

Das neue Forschungszulagengesetz ermöglicht Unternehmen ab dem 1. Januar 2020 eine Steuererleichterung für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Davon profitieren sollen in erster Linie Mittelständler.
Wie und in welcher Form Sie diese attraktive Fördermöglichkeit in Anspruch nehmen können, haben wir im Folgenden kurz zusammengefasst.

1. Wer kann von der steuerlichen Forschungsförderung profitieren?

Förderfähig sind alle steuerpflichtigen Unternehmen (unabhängig von der Größe) sowie Einzelunternehmer.

2. Was kann gefördert werden?

Die Steuererleichterung gilt für:

  • eigenbetriebliche Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten
  • kooperative Entwicklungen, die gemeinsam mit anderen Unternehmen oder mit Forschungseinrichtungen durchgeführt werden
  • die Kosten von Forschungsaufträgen an andere Unternehmen oder Forschungseinrichtungen

Voraussetzung: Die förderfähigen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten müssen der Grundlagenforschung, industriellen Forschung oder experimentellen Entwicklung (gemäß Absatz 2 der AGVO) entsprechen.

3. Welche Kosten werden gefördert?

Geltend gemacht werden können:

  • die entstandenen lohnsteuerpflichtigen Personalkosten für Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten zzgl. einer Pauschale von 20% (Arbeitgeberanteil an den Sozialabgaben)
  • Stundensätze von 40 Euro für Einzelunternehmer (max. 40 Arbeitsstunden pro Woche)
  • 60% des gezahlten Entgelts für Forschungsaufträge an Dritte

4. Wie hoch fällt die steuerliche Forschungsförderung aus?

Es wird eine Steuergutschrift in Höhe von 25% auf die oben benannten Personalkosten und die förderfähigen Ausgaben für Forschungsaufträge gewährt. Pro Jahr und Unternehmen sind die förderfähigen Kosten auf 2 Mio. Euro begrenzt. Die maximale Steuerersparnis beträgt damit 500.000 Euro. Im Falle verbundener Unternehmen gilt diese Bemessungsgrundlage für den Unternehmensverbund.

5. Wie kann die Steuerzulage beantragt werden?

Nach Ablauf des Wirtschaftsjahres kann die Forschungszulage beim zuständigen Finanzamt beantragt werden. Dazu ist eine Bescheinigung einer Zertifizierungsstelle notwendig, aus der hervorgeht, dass der geforderte Forschungs-/Entwicklungsanspruch erfüllt wurde (siehe Punkt 2).

Beispielrechnung:

Ein Schlauchhersteller will einen im Sortiment befindlichen Kunststoffschlauch auch für spezielle Einsatzbereiche – in diesem Fall den dauerhaften Kontakt mit stark säurehaltigen Flüssigkeiten - nutzbar machen. Der Schlauchhersteller hat in diesem Bereich keine eigene Entwicklungskompetenz und beauftragt deshalb einen Forschungsdienstleister z.B. die Mecadi GmbH. Dieser führt notwendige Testreihen zur Permeationsmessung durch (Messung der Stoffdurchlässigkeit der Schlauchmembran) und ermittelt in Rückkoppelung auf die jeweiligen Testergebnisse eine geeignete Polymerzusammensetzung für den Schlauch.
Im angenommenen Fall entstehen für die beauftragte Forschungsleistung Kosten in Höhe von 120.000 Euro. Nachdem die FuE-Tätigkeiten von einer Zertifizierungsstelle bestätigt wurden, kann das Unternehmen die Forschungszulage beim zuständigen Finanzamt beantragen. Im beschriebenen Fall erhält der Schlauchhersteller eine Steuergutschrift in Höhe von 18.000€, die sich folgendermaßen berechnet:

  • Kosten Auftragsforschung externer Dienstleister 120.000 €
  • Förderfähige Kosten (60% der Kosten von Forschungsaufträgen) 72.000 €
  • Förderung (25% der förderfähigen Kosten) 18.000 €

Ein Unternehmen entwickelt ein neues technologisches Produkt.

Dazu plant das Unternehmen für das Jahr 2020 folgende Kosten ein:

  • Personalkosten für Forschung und Entwicklung: 160.000 Euro
  • Forschungsauftrag an eine Hochschule: 60.000 Euro

Daraus ergibt sich eine Steuererleichterung in Höhe von:

  • Personalkosten: 25% von 160.000€ zuzüglich 20% Pauschale, also: 48.000 €
  • Forschungsauftrag: 25% von 36.000€, also: 9.000€ (förderfähige Kosten sind 60% von 60.000€ = 36.000€)

Steuergutschrift für 2020: 57.000€

Empfehlung von W+ST

Prüfen Sie die Förderfähigkeit Ihrer Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten frühzeitig – sinnvollerweise bevor die Kosten entstehen. So haben Sie Gewissheit über die reale Steuerersparnis und können die FuE-Intensität im laufenden Jahr daran ausrichten. Das Forschungszulagengesetz stellt einen inhaltlichen Anspruch an die Forschungs- und Entwicklungsleistungen, der durch eine Zertifizierungsstelle geprüft wird. Ist z. B. das zu entwickelnde Produkt oder Verfahren im Wesentlichen festgelegt und das primäre Ziel der weiteren Tätigkeit die Marktentwicklung, so besteht KEINE Förderfähigkeit. W+ST berät Sie kompetent zu Möglichkeiten und Grenzen des Forschungszulagengesetzes. Zudem unterstützen wir Sie bei der Beantragung und der passenden Formulierung Ihrer Forschungs-und Entwicklungstätigkeiten – gerne auch in Zusammenhang mit anderen Förderoptionen.

Unser Berater W+ST berät Sie kompetent zu Möglichkeiten und Grenzen des Forschungszulagengesetzes. Zudem unterstützen wir Sie bei der Beantragung und der passenden Formulierung Ihrer Forschungs-und Entwicklungstätigkeiten – gerne auch in Zusammenhang mit anderen Förderoptionen.

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